| Veranstaltung: | Votenvergabe Niederrhein-Wupper LTW 2027 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Mona Neubaur (KV Düsseldorf) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 15.09.2026, 22:24 |
A8: Mona Neubaur
Selbstvorstellung
Bewerbung um das erste Votum des Bezirksverbands Niederrhein-Wupper für die Landesliste zur Landtagswahl 2027
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Grüne im Bezirksverband Niederrhein-Wupper,
als wir 2022 in diese Landesregierung eingetreten sind, hat man uns zwar die Haltung zugetraut – das Handwerk aber vielleicht nicht. In einem Land aus Kohle, Stahl und Chemie, hieß es, würden Grüne entweder ihre Ziele verlieren oder ihre Nerven.
Viereinhalb Jahre später sage ich: Wir haben beides behalten.
Der Ausbau der Windenergie ist auf Rekordniveau – wir übertreffen unsere Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, und zwar deutlich. Im Rheinischen Revier entsteht aus einer Kohleregion ein Zukunftsstandort – mit Wasserstoffinfrastruktur und Batterietechnologie, KI und Kreislaufwirtschaft. Klimaschutz und industrielle Stärke haben sich nicht als Gegensätze erwiesen, wir haben sie zusammengeführt. Die Transformation ist die größte wirtschaftliche Chance unseres Landes.
Viele, die uns Grünen früher skeptisch gegenüberstanden, wissen heute: Wir hören zu. Wir entscheiden. Und dann setzen wir um.
Das habe ich in den vergangenen Jahren erlebt: in Werkshallen, bei Gesprächen mit Beschäftigten, im Austausch mit Unternehmerinnen und Unternehmern, in Kommunen und Forschungseinrichtungen.
Diesen Weg will ich weitergehen.
Der Wind hat sich gedreht. Rechtsextreme Parteien sind nicht nur bei uns auf dem Vormarsch. Umso wichtiger ist eine Politik, die nicht nur Haltung zeigt, sondern im Alltag einen Unterschied macht.
Für mich geht es dabei um drei Dinge: Entlastung, wirtschaftliche Stärke und Gerechtigkeit für die Generationen nach uns.
Entlastung heißt, dass Menschen sich das Leben leisten können: bezahlbares Wohnen, funktionierende Infrastruktur, verlässliche Mobilität und eine sichere, langfristig bezahlbare Energieversorgung. Das sind keine Extras, sondern Kernaufgaben eines handlungsfähigen Staates.
Dabei gilt: Entlastung muss dort ankommen, wo sie gebraucht wird. Mit der Gießkanne gelingt keine gerechte Sozialpolitik.
Wirtschaftliche Stärke heißt, dass NRW wieder schneller wird. Fehlende Netze, marode Brücken und schleppende Genehmigungen dürfen nicht länger zum Standortnachteil werden.
Die Transformation unserer Industrie ist Standortpolitik, die uns auch in Zukunft widerstandsfähig hält. Ich will ein Nordrhein-Westfalen, das seine Stärke aus Ideen zieht und nicht aus fossilen Rohstoffen. Wir haben exzellente Hochschulen, starke Unternehmen und unzählige kluge Köpfe. Aber zu viele Ideen entstehen hier und werden anderswo groß.
Was in Düsseldorf, Wuppertal, Krefeld oder Kleve entsteht, soll auch hier gebaut werden.
Gerechtigkeit für die, die nach uns kommen, heißt, dass wir heute investieren: in Schulen, Wohnungen, Mobilität und Klimaanpassung. Mit dem NRW-Plan tun wir in den kommenden zwölf Jahren genau das: über 31 Milliarden Euro fließen direkt in die Substanz unseres Bundeslandes. Wir sorgen dafür, dass dieses Geld vor Ort ankommt – denn dort entscheidet sich, ob Menschen einen handlungsfähigen Staat erleben.
Gerechtigkeit heißt aber auch: Chancen dürfen nicht davon abhängen, was dir die Eltern hinterlassen. Wer erbt, startet mit Eigenkapital. Wer nicht erbt, startet oft mit einer Hypothek.
Deshalb will ich über ein Startkapital für junge Menschen: für die erste Wohnung, eine Gründung oder eine Ausbildung. Kein Geschenk. Ein fairer Start.
Ich bin 1997 zum Studium nach Düsseldorf gekommen und geblieben – mit Herz und Seele. Dieser Bezirk, dieses Land ist meine politische Heimat: erst im Kreisverband, dann acht Jahre als Landesvorsitzende. Seit über zwanzig Jahren bin ich überzeugte Grüne, mit demselben Herz und derselben Seele.
Gemeinsam mit Felix habe ich unsere Partei durch das Tief nach 2017 geführt – gestartet bei 6,4 Prozent, ausgekommen bei 18,2 Prozent. Ich weiß, wie man verliert. Und ich weiß, wie man zurückkommt.
Seit 2022 führe ich das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie – und bin stellvertretende Ministerpräsidentin. In dieser Zeit habe ich gelernt: Politik bedeutet, Ziele zu setzen, Konflikte auszuhalten und am Ende Entscheidungen durchzusetzen und für Mehrheien werben.
Jetzt geht es darum, was wir als Nächstes erreichen wollen.
Ich will diesen Wahlkampf von vorn führen, zusammen mit Euch. Auf Bühnen und in Talkshows, in Werkshallen und Rathäusern, bei hunderten Terminen hier im Bezirk und im ganzen Land. Ich habe das 2022 getan. Und ich sehe keinen Grund, es diesmal anders zu machen.
Deshalb bewerbe ich mich um euer erstes Votum.
Es wäre für mich ein Auftrag, den ich mit Leidenschaft und Überzeugung annehmen würde. Und mit dem Anspruch, diesen Wahlkampf mit euch zusammen zu gewinnen.
Für ein starkes, klimaneutrales Nordrhein-Westfalen, das in wehrhafter Demokratie und seiner ganzen Vielfalt zusammenhält.
Ich bitte euch um euer Vertrauen.
Sonnige Grüße
Eure Mona
- Alter:
- 49
- Geburtsort:
- Pöttmes