| Veranstaltung: | Votenvergabe Niederrhein-Wupper LTW 2027 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Lena Maria Zingsheim-Zobel (KV Mönchengladbach) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 08.09.2026, 11:31 |
A5: Lena Zingsheim-Zobel
Selbstvorstellung
Bewerbung um das 1. offene Votum im Bezirk Niederrhein-Wupper
Liebe Freundinnen und Freunde,
ich kandidiere erneut für den Landtag von Nordrhein-Westfalen und bitte euch um eure Unterstützung für das 1. offene Votum im Bezirk Niederrhein-Wupper.
Ich trete mit einem klaren Anspruch an: Bildung muss auch in der kommenden Legislaturperiode ein zentrales grünes Thema sein.
Meine älteste Tochter ist gerade eingeschult worden. Schule ist für mich deshalb nicht nur ein abstraktes politisches Handlungsfeld. Ich kenne sie aus dem Klassenzimmer, aus dem politischen Alltag, aber auch vielen Perspektiven von Menschen aus dem System.
Diese unterschiedlichen Perspektiven haben mich in einer Überzeugung bestärkt: Bildungspolitik muss unterschiedliche Meinungen und Perspektiven aushalten. Kein Kind ist wie das andere. Keine Schule ist wie die andere. Und es gibt nicht die eine Antwort darauf, wie gute Schule überall gelingt und was das Beste für jedes Kind ist.
An unseren Schulen passiert jeden Tag unglaublich viel Gutes. Lehrkräfte, Schulleitungen, multiprofessionelle Teams, Eltern, Zivilgesellschaft und Schüler*innen entwickeln Lösungen, übernehmen Verantwortung und gestalten Schule, häufig unter schwierigen Bedingungen. Ich möchte eine Politik, die ihnen vertraut, ihnen zuhört und ihnen den Rücken freihält. Eine Schulkultur die ermöglicht. Ich möchte, dass alle Kinder alle Chancen haben. Nur das ist gerecht.
Für Gerechtigkeit braucht es Veränderung.
Dazu gehört für mich auch, Strukturen zu verändern, wenn sie Chancen verhindern. Unsere Schulstruktur muss sich verschlanken. Denn ein komplexes, stark aussortierendes System trägt dazu bei, dass Bildungswege zu früh festgelegt werden und Herkunft noch immer zu stark über Chancen entscheidet.
Wenn wir mehr Bildungsgerechtigkeit wollen, müssen wir Kindern mehr Wege offenhalten.
Das gilt auch im Sinne der Vielfalt: Eine gerechtere Schule ist eine Schule, in der Unterschiedlichkeit selbstverständlich ist. Inklusion bleibt deshalb eines meiner zentralen Anliegen. Wir müssen Schulen so ausstatten, dass sie dieser Aufgabe gerecht werden können: mit verlässlichen Ressourcen, multiprofessionellen Teams und pädagogischen Möglichkeiten. Gelingende Inklusion darf nicht vom besonderen Engagement Einzelner abhängen.
Kinder stärken – Schulen stärken
Eine weitere Aufgabe wird immer dringlicher: die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.
Die Belastungen, mit denen junge Menschen umgehen müssen, nehmen zu. Schule kann darauf nicht immer nur reagieren, wenn eine Belastung bereits zur Krise geworden ist. Wir müssen Prävention und Unterstützung stärker verankern und Schulen befähigen, psychische Gesundheit mitzudenken.
Und wir müssen dabei auch auf diejenigen schauen, die Schule tragen: Wir dürfen Lehrkräfte mit den Herausforderungen des Schulalltags nicht alleine lassen. Sie brauchen Unterstützung, Entlastung und gute Arbeitsbedingungen. Wer Kinder stärken soll, darf mit den eigenen Belastungen nicht allein gelassen werden.
Doch gerade weil die Finanzen knapp sind, müssen wir besonders genau hinschauen, wo Unterstützung den größten Unterschied macht. Ich finde es richtig, dass wir Bildung im Land priorisieren. Aber das verfügbare Budget gleichermaßen überall zu verteilen, halte ich nicht für gerecht. Der Sozialindex ist deshalb für mich ein entscheidendes Instrument. Schulen mit größeren sozialen Herausforderungen brauchen mehr Unterstützung. In der kommenden Legislaturperiode möchte ich daran weiterarbeiten, dass Ressourcen noch zielgenauer dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
Schule als Ort der Demokratie
Und schließlich geht es um eines der größten Themen, die uns dieserzeit beschäftigen: unsere Demokratie.
Die aktuellen politischen Entwicklungen und die Wahlergebnisse der AfD verunsichern viele Menschen. Auch Kinder und Jugendliche bekommen diese Debatten mit. Schule darf davor nicht die Augen verschließen.
Lehrkräfte dürfen nicht politisch neutral sein, wenn unsere demokratischen Grundwerte angegriffen werden. Sie müssen in der Lage sein, politische Entwicklungen einzuordnen, menschenfeindliche Ideologien zu erkennen und mit Schüler*innen darüber zu sprechen. Dafür brauchen sie Sicherheit, Fortbildungsmöglichkeiten und Rückhalt aus der Politik. Denn Demokratiebildung darf kein einfacher Zusatzbaustein sein, sondern sie muss Kernauftrag von Schule sein.
Mein Angebot für die nächste Legislaturperiode
Ich möchte Bildungspolitik nicht von Düsseldorf aus über die Schulen stülpen. Ich möchte gute Ideen organisieren. Dazu braucht es Vertrauen. In unsere grüne Politik und in das Schulwesen. Meine Aufgabe als Landespolitikerin sehe ich darin, den Rahmen zu schaffen, in dem dieses Vertrauen wirken kann: Strukturen zu verändern, wo sie Chancen begrenzen. Ressourcen gerecht zu verteilen. Unterstützung dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird. Und gute Ideen aus der Praxis stark zu machen.
Ich möchte meine Erfahrung als Sonderpädagogin, als Mutter und als schul- und bildungspolitische Sprecherin weiterhin in den Landtag einbringen.
Für eine Bildungspolitik, die von unten nach oben denkt. Die Vielfalt nicht als Problem, sondern als Stärke begreift. Und die Kindern, Jugendlichen und den Menschen, die sie begleiten, den Rücken stärkt. Die Schule zu einem Lebensraum macht.
Gute Grundsteine konnten wir bereits jetzt legen: Weitere PRIMUS-Schulen werden an den Start gehen, Schüler*innenbeteiligung kommt in die Grundschule, digitale Lerntools heben das Lernen ins 21. Jahrhundert. Wir haben weit über 10.000 Fachkräfte in das System geholt, stärken die Mehrsprachigkeit und mit 923 Startchancenschulen werden wir gute Ideen, innovatives Lernen und digitale Formate in die Fläche bringen.
Die Menschen, die sich morgen für eine gerechte Gesellschaft einsetzen und die Klimakrise bekämpfen, sind heute unsere Kinder.Die, die morgen für Umweltschutz, eine gerechte Sozialpolitik, eine gute Wirtschaft, gesundheitliche Versorgung streiten und arbeiten, müssen wir jetzt in den Fokus rücken.
Ich darf seit 2022 Mitglied im Landtag von NRW sein. Zuvor war ich Sonderpädagogin an Schulen des gemeinsamen Lernens. Politische Entscheidungen sind ein gemeinsamer Kraftakt vieler Menschen- das geht nur gemeinsam. Und deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr mir Euer Vertrauen schenkt.
Lena
- Alter:
- 33
- Geburtsort:
- Mönchengladbach